Kapitalfluss

Chinas Handelsriese Alibaba

e-Trado GmbH

Zalando, Alibaba und Rocket-Internet

US01609W1027, A117ME, AHLA, BABA, TWR

(2014) Das Geschäftsmodell von Zalando und Rocket Internet ist trotz Zeitraffer Methode gewinnträchtig und hat dem Unternehmen von 2009 bis heute eine führende Position am Markt verschafft. Die Geschichte von Zalando scheint, als ob der Marktriese einige Entwicklungsschritte übersprungen hat und gleich im großen Stil eingestiegen ist. So ist es auch, doch spielen andere Faktoren eine viel wichtigere Rolle in der schnellen und erfolgreichen Positionierung des Unternehmens auf dem Markt.

Anstatt mit dem Wunsch, einfach in die Gewinnzone zu gelangen und sich langsam zu etablieren zu starten, hat das Unternehmen von Anfang an im großen Stil durchgestartet und mit großer Sortimentsbreite und höhere Warenkörbe für mehr Ausschöpfung begonnen. Eigenmarken bringen eine besonders hohe Marge, sodass diese ebenfalls von Anfang an zum Portfolio gehörten. Da diese Strategien und Praktiken natürlich eine maßgeschneiderte Finanzierung benötigen und ohne Startkapital nicht zu realisieren sind wurde Rocket Internet ins Spiel gebracht. Mit ihrem Internetinkubator hat sich die Berliner AG in eine Position gebracht, die erfolgversprechenden Startups finanzielle Unterstützung anbietet und so für eine Realisierung von Projekten sorgt. Hierbei bezieht sich Rocket Internet mit ihrem Internetinkubator primär auf Internetstartups, wie es zum Beispiel Zalando seinerzeit war. Die Grundlage einer Finanzierung ist die Rentabilitätsvorschau, die im Projekt gegeben sein muss und einen Hinweis auf den steigenden und konstanten Erfolg mit hoher Performance gibt. Wenn ein Startup sich alleinig auf den Onlinehandel und Vertrieb beruft, sind die Kosten günstiger als bei einer Geschäftsgründung mit lokaler Ladengeschäftspräsenz. Die Margen sind höher, da die Betriebskosten des Unternehmens weit unter denen von Ladengeschäften liegen und sich somit ein schneller finanzieller Aufschwung viel eher und mit weniger Risiken erzielen lässt.
Ende 2011 verließen etwa 15 Prozent aller Mitarbeiter Rocket Internet und einige Manager gründeten etwas später den Inkubator Project A Ventures.

Was macht das Geschäftsmodell von Zalando so erfolgreich?

Eigenmarken, das Preis- Leistungs- Verhältnis und die hohe Marge lassen einen Blick auf Zalando richten. In einer engen Verzahnung von Absatzkanälen zu verschiedenen Preisstufen hat das Unternehmen die Zielgruppe erhöht und somit einen weiteren Entwicklungsschritt in Richtung Marktführer realisiert. Im Teamwork von Zalando und Rocket Internet mit ihrem Internetinkubator entstand ein Projekt, dessen unternehmerische Kompetenz und operative Exzellenz sich nicht von der Hand weisen lässt. Die Bewertung dieses Geschäftsmodells mit Bezug auf die Wachstumsstrategie bestätigt die Gerüchte als Geldverbrennungsanlage, wie es aus kritischen Mündern heißt, in keiner Weise. Zalando ist zu einem Zeitpunkt ins E-Commerce eingestiegen, als der Konsument nach neuen Innovationen verlangte und sich aus diesem Grund von Anfang an auf die Verbindung von hochwertig und günstig, die Kombination aus einfachem Shopping und Markenqualität orientierte. Auch von Kopien ist, vor allem im Hinblick auf Rocket Internet die Rede. Doch lässt sich deren Geschäftsmodell nicht wirklich als Kopie US-amerikanischer Unternehmen bezeichnen. Die kritischen Stimmen stehen in einem engen Zusammenhang mit dem Erfolg, der sich bei Zalando und Rocket Internet unschwer verkennen lässt. Überall dort, wo scheinbar aus dem Nichts eine gute Strategie und Performance entsteht, sind kritische Stimmen und Bewertungen an der Tagesordnung.

Fakten zur Entwicklung von Zalando

Mit einer kleinen Anzahl ausgewählter Marken startet Zalando im Oktober 2008 mit Rocket Internet unter dem Namen ifansho GmbH. Die Idee und das Prinzip basierten auf der Erfolgsgeschichte von Zappo aus den USA. Alles erfolgt noch im kleinen Rahmen, die Schuhe werden im büroeigenen Keller verpackt und per DHL ausgeliefert. Der erste Investor, Holzbrinck Ventures steigt ein. Doch es sollte noch ein Jahr dauern, bis der erste Werbespot, eine Vergrößerung des Sortiments und eine Erhöhung der Investments, unter anderem von Rocket Internet für einen Anschub der Performance sorgen. Immer mehr Investoren, darunter auch die Tengelmann Gruppe steigen bei Zalando ein. Ab Anfang 2010 wird Social Media in die Kanäle einbezogen und die Zielgruppe erhöht sich. Der Werbespot "Schrei vor Glück" und die im Vorfeld ausgesprochene Warnung an Männer ist unmissverständlich als Multiplikator von Zalando Erfolgsgeschichte zu betrachten. Es wird nicht auf komplizierte Taktiken gesetzt, sondern der Urinstinkt der vorwiegend weiblichen Zielgruppe angesprochen und in einem einfachen Satz verarbeitet. Onlineshopping im Bereich Schuhe und Mode hat durch Zalando eine ganz neue Dimension erreicht.


Die Topbeteiligungen von Rocket Internet sind u.a. Ifansho, Dafiti, Lamoda, Zalora, Jabong, Namshi, Lazada, Linio, Jumia, Home24, Westwing, Hellofresh.

Wohin gehen die Börsenmilliarden der Mega-IPOs von Alibaba, Zalando und Rocket Internet? Werden Karstadt und Ebay aufgekauft um das Geschäftsmodell der Zukunft zu realisieren?

Die Highlights aus dem Börsenprospekt von Rocket Internet.